Definition von Hashimoto Thyreoiditis

Hashimoto-Thyreoiditis, auch chronische lymphozytäre Thyreoiditis genannt, ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift. Dies führt zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse und kann langfristig zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) führen.

Hashimoto Thyreoiditis

 Ursache

Die genaue Ursache der Hashimoto-Thyreoiditis ist nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen und umweltbedingten Faktoren zur Entwicklung der Krankheit führt. Hier sind die Hauptfaktoren:

  1. Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung von Autoimmunerkrankungen, einschließlich Hashimoto, wird oft beobachtet. Bestimmte Gene, die das Immunsystem betreffen, erhöhen das Risiko, an Hashimoto zu erkranken. Es ist jedoch kein einzelnes Gen verantwortlich, sondern eine Vielzahl genetischer Marker.
  2. Fehlsteuerung des Immunsystems: Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise Antikörper gegen die Schilddrüse bildet, insbesondere gegen das Enzym Thyreoperoxidase (TPO) und Thyreoglobulin. Diese Antikörper zerstören nach und nach die Schilddrüsenzellen, was zu einer verminderten Hormonproduktion führt.
  3. Umweltfaktoren:
    • Jodüberschuss: Ein hoher Jodkonsum kann bei genetisch anfälligen Personen die Entwicklung der Krankheit fördern.
    • Infektionen: Virus- oder bakterielle Infektionen könnten das Immunsystem anregen und eine Autoimmunreaktion gegen die Schilddrüse auslösen.
    • Stress und hormonelle Veränderungen: Stress und hormonelle Schwankungen (z. B. während der Schwangerschaft oder Menopause) könnten eine Rolle spielen.
  4. Geschlecht und Alter: Frauen sind etwa achtmal häufiger betroffen als Männer, was auf eine mögliche Rolle von Geschlechtshormonen hindeutet. Die Erkrankung tritt oft im mittleren Lebensalter auf, kann aber auch in jüngeren Jahren beginnen.

Diese multifaktoriellen Ursachen tragen zusammen dazu bei, dass das Immunsystem die Schilddrüse angreift und langfristig ihre Funktion beeinträchtigt.

Diagnose von Hashimoto Thyreoiditis

Die Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis basiert auf einer Kombination aus klinischen Symptomen, Bluttests und bildgebenden Verfahren. Hier sind die gängigen Schritte zur Diagnose:

1. Bluttests:

a) Schilddrüsenhormone (T3, T4): Diese Hormone werden von der Schilddrüse produziert. Bei Hashimoto ist der Spiegel oft verringert, da die Schilddrüse aufgrund der Entzündung weniger Hormone produziert.

b) TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon): Der TSH-Wert ist häufig erhöht, da der Körper versucht, die Schilddrüse zu stimulieren, mehr Hormone zu produzieren, um die Hypothyreose auszugleichen.

c) Antikörpertests:

  • Anti-TPO-Antikörper (gegen Thyreoperoxidase): Bei Hashimoto sind diese Antikörper meist erhöht und weisen auf die Autoimmunreaktion hin.
  • Anti-Thyreoglobulin-Antikörper: Diese können ebenfalls erhöht sein, obwohl sie nicht so spezifisch wie Anti-TPO-Antikörper sind.

2. Ultraschall der Schilddrüse:

  • Mithilfe eines Schilddrüsenultraschalls wird die Größe und Struktur der Schilddrüse untersucht. Bei Hashimoto zeigt die Schilddrüse oft eine verminderte Echogenität (dunkleres Bild) und eine unregelmäßige Struktur aufgrund der chronischen Entzündung.

3. Klinische Symptome:

  • Eine ausführliche Anamnese der Symptome wie Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Haarausfall und depressive Verstimmungen kann die Diagnose unterstützen.

4. Schilddrüsenszintigrafie (selten notwendig):

  • In bestimmten Fällen wird eine Schilddrüsenszintigrafie durchgeführt, um die Aktivität der Schilddrüse zu beurteilen, aber dies ist bei Hashimoto nicht immer erforderlich.

Die Kombination dieser Tests erlaubt eine zuverlässige Diagnose von Hashimoto-Thyreoiditis, wobei die Blutuntersuchungen (insbesondere der Nachweis von Anti-TPO-Antikörpern) am aussagekräftigsten sind.

Häufigkeit von Hashimoto Thyreoiditis

Hashimoto-Thyreoiditis ist weltweit die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), insbesondere in Ländern mit ausreichender Jodversorgung. Hier sind einige Fakten zur Häufigkeit:

  1. In Industrieländern:
    • Hashimoto tritt bei etwa 1 bis 2 % der Gesamtbevölkerung auf.
    • Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, mit einem Verhältnis von etwa 8:1.
    • Schätzungen zufolge sind etwa 10 bis 15 % der Frauen im mittleren Alter von Hashimoto betroffen.
  2. Deutschland:
    • In Deutschland wird angenommen, dass etwa 5 bis 10 % der Bevölkerung erhöhte Schilddrüsen-Antikörper aufweisen, was ein Hinweis auf eine mögliche Hashimoto-Erkrankung ist. Die tatsächliche Prävalenz symptomatischer Fälle liegt jedoch niedriger.
  3. Alter und Geschlecht:
    • Die Erkrankung tritt typischerweise im mittleren Lebensalter auf, aber sie kann auch bei jungen Erwachsenen oder sogar bei Kindern diagnostiziert werden.

Die Erkrankung hat weltweit eine steigende Häufigkeit, insbesondere in Jod-reichen Regionen, und sie bleibt oft lange unerkannt, da die Symptome unspezifisch und schleichend auftreten.

Therapie

Die Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis zielt darauf ab, die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion zu behandeln, da es keine spezifische Heilung für die Autoimmunerkrankung selbst gibt. Hier sind die gängigen Ansätze:

1. L-Thyroxin (Levothyroxin):

  • Hormonelle Substitution: Die Haupttherapie besteht in der Gabe von synthetischem Schilddrüsenhormon L-Thyroxin, um den Mangel an körpereigenen Schilddrüsenhormonen auszugleichen.
  • Die Dosis wird individuell angepasst, basierend auf den Werten des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH), wobei ein Ziel-TSH-Wert innerhalb des normalen Bereichs angestrebt wird.

2. Lebenslange Therapie:

  • In der Regel ist die Behandlung lebenslang notwendig, da die Schilddrüse zunehmend weniger Hormone produziert.
  • Regelmäßige Blutuntersuchungen (TSH, T3, T4) sind erforderlich, um die Dosierung des L-Thyroxins zu überprüfen und anzupassen.

3. Symptomatische Behandlung:

  • Bei Bedarf können andere Symptome wie Depressionen oder Müdigkeit zusätzlich behandelt werden, oft in Zusammenarbeit mit Endokrinologen und Hausärzten.
  • In einigen Fällen können Ernährungsumstellungen oder Nahrungsergänzungsmittel, wie Selen, empfohlen werden, um die Schilddrüsenfunktion zu unterstützen. Allerdings ist die wissenschaftliche Evidenz hierzu gemischt.

4. Ernährung und Lebensstil:

  • Während eine spezielle Diät nicht notwendig ist, kann eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil dazu beitragen, die allgemeine Gesundheit zu unterstützen.
  • Eine übermäßige Jodzufuhr sollte vermieden werden, da sie die Autoimmunreaktion verstärken könnte.

Die Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis konzentriert sich also auf die Hormontherapie, um die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion zu kontrollieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

weiterführende Links zu Hashimoto Thyreoiditis

Hier sind einige weiterführende Links zur Hashimoto-Thyreoiditis, die hilfreiche Informationen zu Diagnose, Therapie und dem Leben mit der Erkrankung bieten:

  1. Hashimoto Deutschland: Diese Seite bietet umfassende Informationen zu Hashimoto, inklusive Ärztefinder, Schilddrüsenwerte-Rechner und Mutmachergeschichten von Betroffenen. hashimoto-deutschland.de
  2. Deutsches Schilddrüsenzentrum: Ein informativer Fachartikel zur Diagnostik und Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis mit detaillierten Erklärungen zu Symptomen, Antikörpertests und Behandlungsansätzen. deutsches-schilddruesenzentrum.de
  3. Hashimoto Deutschland: Vanessa Blumhagen teilt auf diesem Blog ihre persönlichen Erfahrungen mit der Erkrankung. Neben vielen nützlichen Informationen gibt es auch Mutmacher-Geschichten und Unterstützung für Betroffene, um ein erfülltes Leben mit Hashimoto zu führen. hashimoto-deutschland.de
  4. Alekss-Hashimoto-Blog: Aleksandra beschreibt auf ihrem Blog ihren Weg mit Hashimoto und bietet viele Tipps, wie Betroffene durch Ernährung und Lebensstil die Symptome lindern können. Der Blog richtet sich an Menschen, die nach Wegen suchen, die Erkrankung besser zu bewältigen. alekss-hashimoto-blog.de
  5. Hashimoto & Co.: Sabrina und René Bergmann schreiben über einen ganzheitlichen Ansatz, wie Ernährung, Bewegung und Stressmanagement das Leben mit Hashimoto positiv beeinflussen können. Sie setzen dabei auf das Paleo-Autoimmunprotokoll. hashimoto-co.de

 

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